Wortkunstabend am 18.3.26
- C. Hirmer
- vor 16 Stunden
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Es war einer dieser Abende, die sich leise ankündigen und dann doch mit einer unerwarteten Intensität im Gedächtnis bleiben. Schon beim Betreten des Saals lag eine konzentrierte, fast tastbare Erwartung in der Luft – eine Mischung aus Neugier, Nervosität und der besonderen Offenheit, die nur dann entsteht, wenn Menschen bereit sind, sich auf Sprache einzulassen.
Als jemand, der seit vielen Jahren Deutsch unterrichtet, beobachte ich solche Veranstaltungen stets mit einem doppelten Blick: dem genießenden und dem analysierenden. Doch an diesem Abend fiel es mir leicht, die Rolle der Lehrkraft abzulegen und mich ganz auf das einzulassen, was sich auf der Bühne entfaltete.
Die Beiträge waren individuell, auch witzig, unmittelbar, stellenweise fast schmerzhaft ehrlich. Besonders beeindruckte mich die Fähigkeit der Vortragenden, komplexe Themen in eine zugängliche, rhythmisch dichte Sprache zu überführen. Es war Sprache, die nicht nur gehört, sondern körperlich gespürt werden wollte.
Ausschnitte aus den laufenden Theaterproben zeigten die Arbeit der Mittel- und Oberstufe, die mit minimalen Mitteln arbeiteten – ein Stuhl, ein Lichtkegel, eine Stimme. Gerade diese Reduktion lenkte den Blick auf das Wesentliche: den Ausdruck, die Präsenz, die Spannung zwischen Gesagtem und Ungesagtem.
Alle zusammen – die Vortragenden, das Publikum, die Beleuchter, die Schulband und die Moderatorinnen – schufen einen wunderbaren Abend.
OStRin Claudia Hirmer




